OHG - Genugtuung

 

Sofern der Täter den verursachten Schaden nicht bezahlen kann und keine Versicherung den Schaden übernimmt, sollte bei wirtschaftlich nicht gut gestellten Opfern der Staat einen Teil des Schadens übernehmen und den entsprechenden Betrag selbst beim Täter einfordern.

Opfern, die durch die Tat eine seelische Not erleiden, sollte unabhängig von ihren wirtschaftlichen Verhältnissen, eine Genugtuung bezahlt werden (die der Staat danach beim Täter zurückfordern kann).

Genugtuungszahlungen
Die jährlichen Genugtuungszahlungen betrugen im Jahr 2001 knapp 8 Millionen Franken. Davon wurde rund 1,9 Millionen Franken den Opfern und Hinterbliebenen des Zuger Amoklaufes ausbezahlt. Die einzelnen Genugtuungssummen waren wegen der furchtbaren Tragweite und der Auswirkungen auf Hinterbliebene eher hoch (Mittelwert rund Fr. 32'000.–).

Für die meisten Opfer von Sexual- und Körperverletzungsdelikten sind die ausbezahlten Genugtuungssummen jedoch gering: ¼ der ausbezahlten Summen war unter Fr. 2'500.– und 50% nicht über Fr. 6'000.– (womit es sich auch um Beträge handelt, die über ein staatliches Inkasso ohne Gefährdung der Resozialisierung des Verurteilten eingefordert werden könnten – was in rund 50% der Fälle möglich wäre).

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Ware Frau - Ware Mann - Ware Kind

Eine Textsammlung der Referate des 9. AGAVA-Kongresses zum Thema Menschen-Handel und Menschen-Ausbeutung in der Schweiz vom 3./4. September 2010

 

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